Mit der Carmelan beim Lückenschluss der Rader Hochbrücke

von Lisa Dannegger

Ein Sommerabend auf dem Nord Ostsee Kanal, beeindruckende Einblicke in eines der größten Infrastrukturprojekte Schleswig Holsteins und beste Sicht auf einen historischen Moment: An Bord der Carmelan konnten unsere Gäste den Lückenschluss der neuen Rader Hochbrücke aus einer ganz besonderen Perspektive erleben.

 

 

Als wir mit der Carmelan am Mittwochabend vom Steg in Büdelsdorf ablegten, war die Vorfreude groß. Ziel der Fahrt war die Rader Hochbrücke, an der in der Nacht ein entscheidender Meilenstein erreicht werden sollte: das Einheben des rund 118 Meter langen und 1.250 Tonnen schweren Mittelstücks des ersten neuen Brückenteils. Damit wurde die bislang sichtbare Lücke zwischen den beiden Brückenabschnitten geschlossen.

Dank einer Sondergenehmigung konnten wir in unmittelbarer Nähe des Baustellenbereichs Position beziehen. Von dort aus bot sich ein beeindruckender Blick auf die Großbaustelle, die eingesetzten Spezialgeräte und die umfangreichen Vorbereitungen für den nächtlichen Einhub.

Auch wenn sich die Arbeiten vor Ort etwas verzögerten und während der Ausfahrt zunächst nur die ersten Schritte des Hebevorgangs zu beobachten waren, wurde es an Bord nie langweilig. Interessante Informationen rund um das Brückenprojekt sorgten für spannende Einblicke in die technischen Herausforderungen und die Bedeutung des Bauwerks für die Region. Gleichzeitig hatten die Gäste die Möglichkeit, die Carmelan noch näher kennenzulernen, den Maschinenraum zu besichtigen oder die Takelage zu erkunden.

Für alle, die den Fortschritt des Brückeneinhubs durchgehend verfolgen wollten, lief in der Kajüte der offizielle Livestream der DEGES. So konnten die Vorbereitungen und Arbeiten jederzeit mitverfolgt werden. Auch das Fußballspiel England gegen Argentinien sorgte an Bord für zusätzliche Unterhaltung und Gesprächsstoff.

Bei bestem Sommerwetter, kühlen Getränken und vielen guten Gesprächen herrschte während der gesamten Fahrt eine entspannte und besondere Atmosphäre. Mit Einbruch der Dunkelheit rückte die eindrucksvoll beleuchtete Baustelle immer stärker in den Mittelpunkt und machte die Dimensionen des Projekts eindrucksvoll sichtbar.

Gegen 23:30 Uhr trat die Carmelan schließlich die Rückfahrt nach Büdelsdorf an. Der eigentliche Einhub setzte sich während der Nacht fort und wurde am folgenden Vormittag erfolgreich abgeschlossen. Das Mittelstück wurde dabei rund 50 Meter in die Höhe gezogen und an seine endgültige Position gebracht – ein bedeutender Meilenstein für den Neubau der Rader Hochbrücke.

Für alle Gäste war es ein besonderer Abend zwischen maritimer Tradition, technischem Pioniergeist und einem einmaligen Blick auf ein Stück norddeutscher Baugeschichte. Solche Momente erlebt man nicht oft – und noch seltener von Bord eines Traditionsschiffs auf dem Nord Ostsee Kanal.

 

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